Ihr Mühlrad im Stadtwappen macht die Glinder Mühle (Kupfermühlenweg 7) zu Recht zum Wahrzeichen der "Jungen Stadt im Grünen".
Schon im Jahr 1229, als Graf Adolf IV das Dorf Glinde so freigebig an die Nonnen verschenkte, erwähnte er die Mühle in der
Urkunde ausdrücklich.

Daher wissen wir, dass Glinde seit rund 777 Jahren eine Mühle hatte. Ob sie durch-gehend auf den heutigen Fundamenten stand, konnte noch nicht geklärt werden.
Mindestens aber seit 1648 ist ihr wechselhaftes Schicksal dokumentiert,
welches sie von einer Kornmühle zur Fellmühle, zum Kupferhammer, zur Farbholzmühle und zurück zur Kornmühle brachte.
Wer sich dafür interessiert, findet in der Mühle, die zugleich als Mühlen- und
Heimatmuseum dient, eine interessante Auswahl von Modellen der unterschiedlichen Mühlentypen, aber auch weiter führende Lektüre.
1952 wurde dieser "erste Glinder Industriebetrieb" eingestellt. Bis Mitte der 70er Jahre war sie noch Verkaufsstelle für Futtermittel, aber sie verfiel zusehens.

Aus einer Zwangsversteigerung heraus erwarb die Stadt Glinde das Gebäude 1982.
In großer Anstrengung gelang es, Planung und Finanzierung für eine Komplett-Sanierung auf die Beine zu stellen.
Mit einem Aufwand von etwa 1,3 Millionen DM wurde die Glinder Mühle am 24.8.1985 pünktlich zum Heimat- und Schützenfest fertig gestellt und dem Heimat- und Bürgerverein (
HBVG) zu treuen Händen übergeben.
Seitdem hat sich die Glinder Mühle zu einem Kulturzentrum in Glinde entwickelt.
Die weit beachteten "Glinder Mühlengespräche" der Volkshochschule und der Universitätsgesellschaft finden hier statt, Fortbildungskurse, Ausstellungen und kleine Konzerte. Vieles über die Geschichte Glindes ist in den Sammlungen zu finden,
und jeden dritten Mittwoch trifft man sich dort abends auch nur ganz zwanglos zum Schnacken im TiM, dem Treff in der Mühle.
Auch draußen vor der Tür hat sich einiges bewegt: Zwei
Wagenschauer und einen
Lehmbackofen hat der rührige Verein auf die Mühlenwiese gestellt, auf der auch jährlich im August beim Mühlenfest halb Glinde feiert.
"Wir können jetzt den kompletten Weg des Korns dokumentieren", sagte Vereinschef Klaus Utermöhlen am 11. Oktober 2003, als er Wagenschauer II und Lehmbackofen formell an die Stadt Glinde übergab, "säen, ernten, dreschen, mahlen und backen,
alles Gerät ist jetzt im Museum vorhanden!"
Die Glinder Mühle ist geöffnet:
SA und SO jeweils von 14 - 18 Uhr
Weitere Informationen finden Sie
auf den Internetseiten des HBVG
www.hbv-glinde.de
und denen der Stadt,
www.glinde.de