Zum Jahreswechsel 2005/2006 soll die militärische Nutzung beendet und das Gerätehauptdepot Glinde (Möllner Landstr. 112)
an die Stadt Glinde (oder einen anderen Käufer?) für eine zivile Folgenutzung übergeben werden. Für diese schlichte Nachricht des Jahres 1996 hatte Alt-Bürgermeister Hans-Peter Busch viele Jahre gekämpft.
1936/37 ist das "Heereszeugamt" errichtet worden. Es war für die Entwicklung Glindes eine der wichtigsten Keimzellen. Denn parallel zum Bau wurden auch die Wohngebiete "Zeugamtssiedlung" (zwischen Mühlenstraße und Bahnstraße), die Angestelltensiedlung am Mühlenweg und das "Negerdorf" am Oher Weg für die Soldaten und Arbeiter errichtet. Glinde wuchs von rund 500 auf mehr als 2.000 Einwohner.

Das Zeugamt war im Dritten Reich zentrales Materiallager für das X. Armee- korps.
Während des Krieges wurden dort auch Beutewaffen repariert.
Dennoch lag das 36 Hektar große Warenlager vielen Glindern auf dem Magen, und der Entwicklung der Stadt oft im Wege. Nach dem II. Weltkrieg wurde das Gelände von den Engländern besetzt und "vorübergehend" als Vorratslager für die in Deutschland stationierten Truppen genutzt. Diese Phase dauerte immerhin bis 1968.
Schon seit 1962 hatte die Gemeinde Glinde auf den Zeitpunkt der Übergabe hingearbeitet: Neue Gewerbegebiete sollten geplant, Verkehrsverbindungen realisiert werden.
Doch es kam anders: Statt der versprochenen Freigabe übernahm die Bundeswehr
Ende 1968 das Areal. Aus dem Zeugamt wurde ein Depot, dann ein Gerätedepot und in den 90er Jahren sogar ein Gerätehauptdepot mit UN-Auftrag. Von hier aus wird verschiedenstes Material der Bundeswehr wieder instand gesetzt oder in andere Länder verkauft.
Die Stadt bereitet sich jetzt erneut auf eine Übernahme des Geländes vor und hat bereits einen Rahmenplan beschlossen, der Wohnen, Arbeiten und Freizeit auf dem Gelände vorsieht. Bleibt zu hoffen, dass Geschichte sich nicht wiederholt…..
Für die Zeit danach haben Glindes Politiker übrigens schon in den 70er Jahren vorgesorgt: Die Stichstraße im Gewerbegebiet Berliner Straße erhielt zur Erinnerung den Namen "Beim Zeugamt".
Erhalten bleiben die beiden Stabsgebäude und die Wache im Eingangsbereich, die unter Denkmalschutz stehen. Auch über den großen Bahnhof als eine Art Kulturzentrum wird noch diskutiert, sofern sich ein privater Interessent findet.